Michael Volkmer
Steffanie Buffy Werner

Brandkatastrophe Neuhofen Hauptstrasse 25

liebe freunde,

sicherlich hat es sich bereits herumgesprochen, dass unser atelier in neuhofen einem brand,
der von einem brandstifter gelegt wurde, völlig zerstört wurde.

( mehr Fotos )

nun waren ja noch nicht alle bei uns zu besuch, um zu wissen, um welchen
verlust es sich dabei handelt.
wir hatten wunderschöne räume und einenangebauten schuppen
in denen sich neben michels werk auch alles werkzeug,
sämtliche maschinen und geräte, ein riesiger fundus für bühnenbau,
aber auchprivate sachen wie unsere campingausrüstung, fahrräder und die sitzbänke
für unseren transporter befanden. alles ist futsch!

es haben sich bereits etliche leute bei uns gemeldet, die uns helfen möchten,
das tut sehr gut, denn wir sind auf solidarität angewiesen.
ohne hilfe könnenwir die existenz nicht mehr aufbauen.

es wird also ungefähr ab ende april in der galerie zephyr in mannheim eine ausstellung geben,
für die befreundete künstler werke spenden, die dann am ende
zu michels gunsten versteigert werden.
bitte verteilt fleißig die werbung hierfür, die es demnächst geben wird.
wer sich selbst mit einem werk beteiligen möchte, sollte sich mit uns in verbindung setzen.

klanghaus, aber auch "nicht - klanghaus - organisierte" musiker haben sich
gemeldet um ein benefiz-konzert zu veranstalten,
hierfür sind neben "das haus"in lu auch das juz in ma im gespräch,
nähere planungen liegen zur zeit noch nicht vor.

falls jemand noch ideen hat
(ich dachte z.b. man könnte sich noch mit einem flohmarkt an eine veranstaltung hängen)
oder in irgendeinem bereich mithelfen möchte,
bitte ich darum sich mit mir in verbindung zu setzen,
am besten bin ich unter der 0173-6951910 zu erreichen.
kontakte können auch über tschogy,
bernhard wadle-rohe oder helmut geknüpft werden.

der brand ereignete sich übrigens am 3.03. um 5.30 Uhr, die bilder dazu könnt
ihr auf der seite feuerwehr-neuhofen.de ansehen.
http://www.feuerwehr-neuhofen.de/
¬ Einsätze
¬ 08 3.3. Vollbrand eines Ateliers

den bericht der feuerwehr könnt ihr von deren seite als pdf-datei herunterladen

eigene Fotos gibts hier

 

Bericht über die Folgen
des in der Nacht vom 3. auf den 4. März
abgebrannten Künstlerateliers.

Sonntag morgen in Neuhofen. Eine stille Friedfertigkeit liegt über dem
schlafenden Ort. Der weit über die Grenzen Neuhofens hinaus bekannte und
in Neuhofen gebürtige Künstler Michael Volkmer betritt das was übrig
geblieben ist von seinem Atelier in der Hauptstrasse 25. Die
Schreckensnacht des Feuersturms steckt ihm noch in allen Gliedern. In
dem völlig abgebrannten Gebäude mit Erweiterungsanbau empfängt uns der
beißende Geruch von Kohlenmonoxyd, Asbeststäuben und bitterem Rauch .
Unwillkürlich fallen mir die Worte aus Schillers Glocke ein: „Leer
gebrannt ist die Stätte - wilder Stürme raues Bette – in den öden
Fensterhöhlen wohnt das Grauen „.

Fast wie surreale Skulpturen ragen die verkohlten Balkenfragmente des
einsturzgefährdeten Dachgerippes in den blauen Himmel, getaucht in das
gleißende Sonnenlicht.

Es war die Nacht seines 41. Geburtstages, als Michael Volkmer morgens um
5:30 Uhr von der Feuerwehr geweckt wurde, um sein Atelier in Flammen
untergehen zu sehen, ohne die Möglichkeit noch irgendetwas zu retten.
Er steigt über Glasbruch, Schuttberge von verkohltem und geschmolzenem
nicht mehr erkennbarem Inventar durch gebrochene Fensterrahmen in den
verbrannten Schuppen. „Von hier aus fraß sich der Brand in das Dach des
Ateliers und in Sekundenschnelle stand wohl alles in lodernden Flammen“
erklärt Volkmer. Drei Brandherde gab es in dieser Nacht und dieser war
der schlimmste und verheerendste. Wenigstens ein Übergreifen auf die
benachbarten Gebäude konnte von der Feuerwehr Neuhofens verhindert werden.

Verzweifelt stochert das Künstlerehepaar Michael Volkmer(41) und
Steffanie Werner(41) in den verbrannten Überresten, so zusagen im Grabe
ihrer Habe, und versucht zu retten, was nicht mehr zu retten ist. Das
komplette künstlerische Werk von Michael Volkmer ein Raub der Flammen in
dieser schrecklichen Nacht.

Alles verbrannt und verkohlt, geschwärzt und verwüstet von den
herabgestürzten lichterloh brennenden Einzelteilen des alten Daches.

Das einst wunderschöne, lichtdurchflutete Atelier ein Raum in Schwarz
getaucht. Viele preisgekrönte Kunstwerke waren vielfach aus leicht
brennbaren Materialien wie Kunstfaser und Holz und Pappe und Neonlicht
gefertigt. Nun ist alles vernichtet und zusammengeschmolzen zu einem
schwarzen undefinierbaren Klumpen. Die Arbeiten des Künstlers bestanden
vorwiegend aus originellen Objekten, beschrifteten Zeitzeugnisse, die er
auf Flohmärkten und durch privaten Ankauf über Jahre eingesammelt hatte
und die unersetzbar sind . Angefangene, teilweise schon bezahlte
Auftragsarbeiten muss er nun neu konzeptionell erarbeiten und gestalten
- ohne das notwendige Material zu besitzen. Seine allergrößte Sorge
ist, das er völlig ohne Arbeitsräume dasteht. Dringend müsste die
künstlerische Arbeit an den schon bestellten Auftragsarbeiten wieder
aufgenommen werden. Der völlig am Boden zerstörte Künstler Michael
Volkmer steht vor dem Nichts. Der Mehrfachpreisträger staatlicher und
institutioneller Kunstwettbewerbe, beziffert seinen Schaden auf

20 000 Euro an Maschinen und Inventar und 200.000 Euro
Wiederverkaufswert aller zerstörter Kunstwerke – nicht gerechnet der
Geschäftsausfall durch das jetzt unbenutzbare Werkstatt-Atelier und auch
den emotionalen Schaden des Schreckens und der Verzweiflung. Wie ein
Häuflein Elend steht die ganze Familie und einige treue Freunde vor dem
völlig zerstörten Inventar.

Alle Maschinen, Geräte, neuwertige und antike Arbeitsmaterialien, ein
riesiger Fundus für Bühnenaufbau aber auch private
Ausrüstungsgegenstände, Fahrräder, Autositzbänke ect. unwiederbringlich
vernichtet durch die Hand eines oder mehrerer Brandstifter. Steffanie
Werner (41) teilt Atemmasken, Handschuhe Schutzhelme und Schutzkleidung
aus um nicht noch gesundheitliche Spätfolgen davonzutragen.

Ihre Tochter, die elfjährige Yonka will auch mithelfen und sucht unter
Tränen nach Ihren Zeichnungen. Die Mutter schickt das Kind nach Hause.
„Ich kann nicht zusehen, wie sie in diesem schwarzen Kohlestaubmüll ihre
eigenen zerstörten Kunstwerke sucht“ sagt Werner mit Entschiedenheit
und trägt einen Stapel mit angekohlten Graphiken hinaus. Der Staub der
Zerstörung legt sich nicht nur auf die Kleidung, sondern auch auf die
Seelen der Familienmitglieder. Seit Tagen steht die vierköpfige Familie,
die seit Januar 2000 in Neuhofen wohnt, im Banne dieses schrecklichen
Unglücks. Die unruhigen Gedanken nach der rätselhaften Handlungsweise
der Brandstifter gehen Michael Volkmer ständig durch den Kopf. War es
ein verspäteter Racheakt mit rechtsradikalem Hintergrund oder war es
ein durchgeknallter Pyromane, der wieder zuschlagen wird. Keiner weiß es
außer die Täter selbst.

Auch die Gemeinde ist beunruhigt möglicherweise einen Pyromanen in ihrer
Mitte zu wissen. Am Beispiel Bobenheim-Roxheim weiß man das die Suche
Jahre dauern kann.

Der Leiter der kriminalpolizeilichen Ermittlungen, Christof Rector von
der Kriminalpolizei Speyer, kann zum momentanen Ermittlungsstand nur
wenige Angaben machen. Alle gesicherten Spuren, auch DNA-Spuren,
befinden sich im Labor und werden Zug um Zug ausgewertet.
Selbstverständlich wurde der nächtliche Streifendienst im Raum Neuhofen
verstärkt. Die Polizei ist dabei natürlich auch auf das wachsame Auge
der Bevölkerung angewiesen.

Die erste Welle der Hilfsbereitschaft hat der Familie gut getan. Die
Gemeinde und der Vermieter suchen nach Räumen für die ausgebrannten
Kunstschaffenden. Freunde habe großzügig gesammelt und eine erste
Brandopfer-Soforthilfe für das Notwendigste der nächsten Tage geleistet.
Erste wichtige Hilfe kam auch aus Berlin vom Bundespräsidialamt,
initiiert durch Ministerin Doris Ahnen (Kultur), in Form eines Schecks
in Höhe von 1.500 Euro aus den Haushaltsmitteln für unschuldig in Not
geratene Künstler. Das Künstlerehepaar ist auf Solidarität angewiesen
und ohne Hilfe von Außen können Sie eine neue Existenz nicht aufbauen.

Ein großes Benefiz Konzert verschiedener Gruppen ist für Mai ins Auge
gefasst. „In so einem Moment tut jeder positive Zuspruch, auch aus der
Bevölkerung von Neuhofen, einfach nur gut“, sagt Michael Volkmer. Er
muss es erst einmal innerlich verkraften , plötzlich über Nacht Teil
eines Katastrophenszenarios zu sein, dessen Ursachen noch völlig im
Dunkeln liegen. Und selbst wenn sich der Pyromane findet, kann er nie
wieder rückgängig machen, was sein zerstörerisches Werk in dieser Nacht
angerichtet hat.

 

Noch ein Link:

http://www.superart.de/

 

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